Gelenksentzündungen 
chronische, rheumatoide, infektiöse, reaktive, infektreaktive, eitrige, bakterielle, septische, allergische, virale, paraneoplastische und juvenile Gelenksentzündungen, Entzündungen des Gelenks

Manche Autoren benutzen statt Gelen kentzündungen auch den Begriff Gelenksentzündungen. Diese Seite ist den Web-Besuchern gewidmet, die Entzündungen des Gelenks als Gelenksentzündungen bezeichnen.

Systematik (= Einteilung) der Gelenksentzündungen:

  1. rheumatoide (= rheumaähnlichen) Gelenksentzündungen

  2. infektiöse Gelenksentzündungen

  3. reaktive Gelenksentzündungen

  4. Arthri tis psoriatica (= Gelenks entzündungen bei Schuppenflechte)

  5. Art hritis u rica (= Gelenks entzündungen bei Gicht)

  6. allergische Gelenksentzündungen

  7. paraneoplastische  (= im Rahmen von Tumoren auftretende) Gelenksentzündungen

  8. chronisch juvenile (= jugendliche) Gelenksentzündungen

Gelenksentzündungen bezeichnet der Arzt als Arthritiden.

Zu den einzelnen Gelenksentzündungen: 

Ad.1 Die häufigste Form sind in Deutschland die rheumatoide n (= rheumaähnlichen) Gelenksentzündungen (auch als pri mär chronische Polyarthritis bezeichnet), ca. 0,5% bis 1% der Gesamtbevölkerung in Deutschland leiden an dieser Krankheit. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Häufigkeit der Erkrankung zu, Frauen sind ca. 3 mal häufiger betroffen als Männer. Die rheumatoide n Gelenksentzündungen beginnen am häufigsten ab dem 35. bis zum 45. und über dem 60. Lebensjahr.

Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche, oft in Schüben verlaufende Er krankung des Binde-, Stütz- und Muskelgewebes mit Hauptmanifestation (= am meisten betroffen) an der Gelenkinnenhaut und an gelenknahen Strukturen (z.B. Schleimbeu tel).
Die Ursache der rheumatoide n Gelenksentzündungen ist noch nicht vollständig geklärt. Nachgewiesen ist eine genetische Disposition (= vererbliche Veranlagung), allerdings müssen auch bestimmte auslösende Faktoren vorhanden sein, beispielsweise virale Infekte (= durch Viren übertragene, ansteckende Er krankungen), metabolische Störungen (= Stoffwechselstörungen), endokrine Störungen (= Störungen des Hormonsystems), auch nervöse Einflüsse können eine Rolle spielen. Daraufhin entwickelt sich eine Autoimmunreaktion (= eine Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems gegen den eigenen Körper). Rheumatoide Gelenksentzündungen können sich in unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit,
Gelenkschmerzen in Ruhe, bei Druck oder unter Belastung, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder gelegentlich erhöhter Temperatur  äußern. Spezifischere Symptome sind u. a. Morgensteifigkeit der Gelen ke, Schwellungen vor allem der Han d-, Fingergrund- und –mittelgelenke, sowie verschiebliche, weiche Rheumaknötchen unter der Haut, meist an der Streckseite der Gelen ke. Im Spätstadium zeigt sich oft eine starke Deformation (= Verformung, Fehlstellung) und Destruktion (= Zerstörung) der Gelen ke. Auch können (seltener) innere Organe, aber auch die Augen befallen werden.
Neben der Anamneseerhebung (= Erörtern der Krankheitsvorgeschichte) (auch Schmerzanamnese) spielen bei der Diagnose der rheumatoide n Gelenksentzündungen verschiedene bildgebende Verfahren wie das Röntgen eine Rolle. Bei ca. 70-80% der Rheumapatienten läßt sich ein so genannter Rheumafaktor nachweisen. Hierbei handelt es sich um Antikörper, die gegen körpereigene Antikörper gerichtet sind. Allerdings gibt es durchaus Rheumapatienten, bei denen dieser Rheumafaktor nicht nachweisbar ist. Andere Verfahren wie Computertomographie, Kernspintomographie, Szintigraphie spielen eine eher untergeordnete Rolle bei der Diagnose der rheumatoide n Gelenksentzündungen.

Eine kausale (= auf die Ursache gerichtete) Therapie der rheumatoide n Gelenksentzündungen ist bisher nicht möglich, die Symptome der Krankheit lassen sich aber bei frühzeitiger und adäquater Therapie gut beherrschen. Die symptomatische Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika stellt einen wichtigen Ansatz dar. Diese Medikamente wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen oder Indometacin hemmen die Freisetzung von körpereigenen Entzündungsbotenstoffen und mindern so die Schmerzen. Besonders magenschonend sind in dieser Gruppe die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Oft sind diese Medikamente allerdings nicht ausreichend, zusätzlich müssen sogenannte Basistherapeutika verschrieben werden. Goldpräparate (Tauredon®), Methotrexat (MTX®), Sulfasalazin (Azulfidine-RA®), Chloroquin (Resochin®), D-Penicillamin (Metalcaptase®), Leflunomid (Arava®) oder Azathioprin (Imurek®) sind verschiedene Medikamente aus dieser Gruppe. Die Wirkung tritt erst nach einigen Monaten ein, wegen verschiedener Nebenwirkungen sind regelmäßige Blutbildkontrollen von Nöten. Die Medikamente müssen über längere Zeit, oft sogar auf Dauer, eingenommen werden. Die Gabe von Kortisonpräparaten ist bei Gelenksentzündungen ebenfalls eine sehr wirkungsvolle Therapie, die wegen der verschiedenen Nebenwirkungen (Osteoporose, Gewichtszunahme, hormonelle Störungen u.a.) aber meist auf die Phasen des akuten Krankheitsschubes begrenzt wird.
Weitere Therapieansätze bietet die physikalische Therapie: Kälteanwendungen, vorsichtige krankengymnastische Mobilisation, Ergotherapie, Elektrotherapie und Bewegungsbäder sind nur einige der sehr umfangreichen Möglichkeiten.

In schweren Fällen wird auch die intraartikuläre (= ins Gelen k hinein) Injektion von Kortisonpräparaten oder auch radioaktiven Substanzen zur Hemmung der En tzündung angewendet. Hilfreich ist bei Gelenksentzündungen auch eine spezielle Schmerztherapie in Form von kontinuierlichen Nerven- und Leitungsblockaden (siehe unten).
Als letztes Mittel stehen auch verschiedene operative Verfahren wie die Synovektomie (= operative Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut), Korrekturoperationen (= Wiederherstellen der zerstörten Gelenkgeometrie), der künstliche Gelenkersatz oder Gelenkversteifungen zur Verfügung (nach Rössler/Rüther; Orthopädie; Urban&Fischer Verlag, sowie Greten/Schettler; Innere Medizin; Thieme Verlag).

Ad.2 Infektiöse Gelenksentzündungen werden durch eine Infektion (= Ansteckung, Übertragung) mit Bakterien, seltener mit Viren, ausgelöst. Bakterielle infektiöse Gelenksentzündungen werden auch als eitrige oder septische Gelenksentzündungen bezeichnet. Sie treten meist sehr plötzlich mit allen Symptomen einer akuten En tzündung auf. Der Patient hat meist Fieber, das Gelen k ist geschwollen, überwärmt, evtl. gerötet, die Beweglichkeit ist oft eingeschränkt und schmerzhaft. Eine Ursache ist die Übertragung der bakteriellen Erreger auf dem Blutweg. Von einem Streuherd (Mittelohrentzündung, Furunkel, Angina,  Katheterspitze, usw.) ausgehend dringen die Keime in das Gelen k ein und verursachen so die En tzündung. Eine andere Ursache kann der Einbruch ins Gelen k einer in der Nachbarschaft ablaufenden En tzündung sein, z.B. bei einer Osteomyelitis (= Knochenentzündung) oder einer Phlegmone (= eitrige En tzündung in Weichteilgewebe). Allerdings kann auch eine direkte Keimeinschleppung ins Gelen k erfolgen, z.B. bei Verletzungen, bei Injektionen ins Gelen k oder auch bei Operationen.  Therapeutisch muß der Streuherd saniert werden, d.h. der Ursprung der Keime muß entdeckt und behandelt werden. Meist geschieht das mit Antibiotika. Der Gelenkschmerz können mit nichtsteriodalen Antiphlogistika (Entzündungshemmern) wie z.B. Diclofenac behandelt werden.

Virale (virusbedingte) Gelenksentzündungen sind insgesamt sehr selten und dann hauptsächlich auf den Erreger der Ringelröteln (Parvovirus B19) zurückzuführen. Betroffen sind vor allem junge Frauen, häufiger wird dann die (falsche) Diagnose "chronische Polyarthri tis" gestellt. Der Virusnachweis gelingt über die Polymerase-Ketten-Reaktion aus peripheren Leukozyten (= weiße Blutkörperchen)/Knochenmark.
Auch das Rötelnvirus kann zu einer Ar thritis führen. Interessanterweise auch alleine schon durch Impfung im Erwachsenenalter. Desweiteren wäre noch das Hepatitis-C-Virus (HCV) zu nennen.

Ad.3 Bei den reaktiven Gelenksentzündungen sind keine Erreger im Gelen k nachweisbar, ausgelöst werden die Gelenksentzündungen durch eine Immunreaktion des Körpers auf eine außerhalb des Gelenkes gelegene Infektion (= Ansteckung, Übertragung). Manche Autoren sprechen deshalb auch von infektreak tive n Gelenksentzündungen. Wichtig für die Diagnosestellung ist eine genaue Erhebung der in den Wochen vor der Ar thritis durchgemachten Infektionskrankheiten, wie grippale Infek te (= Ansteckungen, Übertragungen), Durchfallerkrankungen u.ä..
Die wohl bekannteste Erkrankung aus der Gruppe der reaktive n Gelenksentzündungen ist die durch Zec ken übertragene Lyme Krankheit. Sie wird durch Borrel ien übertragen, die bei einem Zeckenstich bzw. Zeckenbiß in die menschliche Blutbahn gelangen. Nach 4-18 Tagen zeigt sich (nicht immer!) das so genannte Eryt hema chronicum mig rans, eine kreisförmige Rötung um den Zec kenstich herum, die an Größe zunimmt. Daneben treten Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit und Gelenk- sowie Muskelschmerz en auf. Die Diagnose erfolgt über Antikörper im Blut (erst 3 Wochen nach Zec kenstich möglich), allerdings muß schon bei Verdacht auf Borreliose mit Antibiotika behandelt werden. Unbehandelt kann die Krankheit im Spätstadium schwere Schäden der Gelen ke, des Nervensystems und des Herzens hervorrufen. Es sei an dieser Stelle aber nicht verschwiegen, daß die Aussage, bei der Ly me-Art hritis handle es sich um eine reaktive und damit nicht um eine direkte infektiöse Art hritis, kontrovers diskutiert wird. Tatsächlich gelingt es nämlich, aus dem Gelenkpunktat Borrel ien anzuzüchten, allerdings dauert dieser Vorgang mehrere Monate, so daß diese Methode zur Nachweisführung nicht geeignet ist. Bei Verdacht auf eine Lyme Borreliose wird deshalb auf Antikörper getestet.
Eine weitere Form der reaktive n Art hritis ist das r heumatische Fieber, eine Folgeerkrankung nach einem Infe kt (= Ansteckung, Übertragung) mit Streptokokken, die mit Fieber, Gelen kschmerzen, aber auch Herzbeteiligung oder Hautsymptomen einhergeht. Sie läßt sich über einen im Blut nachweisbaren Antikörper bestätigen (Anti-Streptolysin) und wird mit Antibiotika therapiert.

Bei den indirekte n, postinfektiöse n Gelenks entzündungen können zwar Antigene nachgewiesen werden, der Erreger selbst ist aber nur inkonstant nachweisbar, gleiches gilt für eine lokale (= örtliche) Vermehrung. Diese Form von Gelenksentzündungen findet sich bei Syphilis, nach Virushepatitis (= virusbedingte Leberentzündung) und Enteritis (= En tzündung der Darmwand, meist mit Durchfall und Darmschmerzen einhergehend), hervorgerufen durch den Erreger Yersinia entercolitica. 

Ad.4 Die Psor iasis-Ar thritis ist eine Form der Gelenks en tzündung, die in Zusammenhang mit der Psor iasis (Schu ppenflechte) auftritt. Sie verläuft chronisch, kann eines oder auch mehrere Gelen ke betreffen und ähnelt im Verlauf den rheumatoide n Gelenksentzündungen. Typisch ist der asymmetrische Befall der Gelen ke, an den Fingern sind oft alle 3 Gelen ke betroffen (so genannte „Wurstfinger“). Die Haut über den betroffenen Gelen ken ist oft verfärbt, es können auch die Kreuzdarmbeinfugen, die Wirbelgelen ke oder andere Gelen ke betroffen sein. Die Therapie der Psori asis Ar thritis ähnelt der Therapie bei rheumatoide n Gelenksentzündungen.  

Ad.5 Die Gich t-Art hritis (Art hritis u rica) ist eine andere Art der Gelen kentzündung, die durch die Ablagerung von Urat-Kristallen (Harnsäurekristalle) in den Gelen ken ausgelöst wird. Man unterscheidet eine primäre und eine sekundäre Form. Die primäre Form ist erblich, entweder liegt eine vermehrte Bildung oder eine verminderte Ausscheidung von Harnsäure vor. Die sekundäre Gich t entsteht durch ein endogenes (= vom Körper selbst verursachtes) oder exogenes (= von außen zugeführtes) Überangebot an Purinen, den Stoffen, deren Abbauprodukt die Harnsäure ist. Ab einer bestimmten Konzentration im Blut fällt die Harnsäure aus, es kommt zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelen ken. Das erste Gelen k, an dem eine Gich t auftritt, ist fast immer das Großzehengrundgelen k. Die Erstmanifestation (= erstes Krankheitszeichen) erfolgt oft nach einer sehr umfangreichen Mahlzeit oder nach erhöhtem Alkoholkonsum, aber auch nach einem Infekt (= Ansteckung, Übertragung), Trauma (= Verletzung) oder Streßsituationen. Meist treten die Schmerzen nachts auf und können über Stunden, Tage oder Wochen andauern. Es kommt oft zur Bildung von Gich ttophi (= Gichtknoten), in denen die Urat-Kristalle angehäuft sind, meist findet man sie im Ohrknorpel oder am Großzehengrundgelen k.
Die Diagnose erfolgt über die Beschreibung der Art und Lokalisation der Schmerzen, der Untersuchung der Gelen ke, der Bestimmung des Harnsäurespiegels im Blut (über 7 mg% bei Männern, 6 mg% bei Frauen) und über Röntgen-Aufnahmen. Die Therapie muß auf verschiedenen Wegen angegangen werden. Zuerst ist eine purinarme Diät sowie Alkoholkarenz (= Verzicht) wichtig. Als Basistherapie werden Medikamente verwendet, welche die Harnsäuresynthese im Körper hemmen (Urikostatika, z.B. Allopurinol), aber auch Medikamente, welche die Ausscheidung der Härnsäure über die Niere erhöhen (Urikosurika, z.B. Benzbromarom). Im akuten Gich tanfall wird sowohl mit nichtsteroidalen Antiphlogistika als auch mit dem Entzündungshemmer Colchizin behandelt (nach Rössler/Rüther; Orthopädie; Urban&Fischer Verlag)

Ad.6 Die so genannten allergischen Gelenksentzündungen entstehen meist aufgrund einer Unverträglichkeitsreaktion, häufig gegenüber Medikamenten. Hiervon sind vor allem Jugendliche betroffen, oft sind die Kniegelen ke befallen. 

Auch verschiedene Erkrankungen wie Zuckerkrankheit, Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion können mit Gelenksentzündungen einhergehen. Wechselbeziehungen bestehen zwischen Gelenkverschleiß (Arthrose) und Art hritis. 

Ad.7 Dann gibt es noch die sog. paraneoplastische n Gelenksentzündungen, als Folge bzw. im Gefolge einer Tumorerkrankung. Im weitesten Sinne handelt es sich hierbei eigentlich auch um reaktive (tumorreaktive) Gelenksentzündungen. Gar nicht so selten treten die Symptome (= Krankheitszeichen) der Art hritis sogar zuerst auf. Die Gefahr, daß der Tumor (zunächst) übersehen wird, ist natürlich groß.
An paraneoplastische Gelenksentzündungen muß besonders bei folgenden Tumor-Formen gedacht werden:

Ad.8 Der Vollständigkeit halber müssen auch die verschiedenen chronisch juvenilen (= jugendlichen) Gelenksentzündungen erwähnt werden. Da diese Art hritis-Form in der Schmerztherapie nur eine untergeordnete Rolle spielt, beschränken wir uns auf die Weiterleitung zu einer hierfür kompetenten Internetseite, klicken Sie dazu hier: http://www.arth ritis.ch/dt/ra/disease/juvenile.html.

Im Verlauf chronischer Gelenksentzündungen (= über einen längeren Zeitraum bestehende Gelenksentzündungen) sind die Spätfolgen meist Funktionsverluste (= Zerstörung bestimmter Gelenksbestandteile), Fehlstellungen (= die Geometrie der Gelenke wird verändert), Kontrakturen (Verkürzungen bestimmter, die Gelen k umgebenden Weichteilstrukturen, die zu einer Bewegungseinschränkung  führen) und Ankylosen (= Gelen kversteifungen) (nach Pschyrembel, 258. Auflage; Gesundheitpro.de). 
 

Spezielle Schmerztherapie bei Gelenksentzündungen:

Persistierende (= trotz Basisbehandlung verbleibende) Beschwerden / Schmerzen sind bei Gelenks entzündungen leider oftmals sehr hartnäckig und geben dann Anlaß zu einer speziellen Schmerztherapie.

Sehr bewährt hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel), insbesondere in Form von kontinuierlichen Nervenblockade n mittels eingepflanztem Katheter. Eine wichtige Nebenwirkung dieser Therapie ist eine begleitende Symphatikolyse (= Erweiterung der Blutgefäße), denn unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab. Hinzu kommt die überaus wichtige Tatsache, daß bei einer verbesserten, lokalen (= örtlichen) Durchblutung auch spezifische Medikamente (im Falle der infektiösen Gelenksentzündungen Antibiotika, evtl. antivi  rale Substanzen oder auch Antimykotica (= Mittel gegen Pilze)) viel besser und effektiver wirken können.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Methodenbeschreibung "Kontinuierliche (repetitive) Nervenblockaden mit Katheter":

  1. Nervus femoralis (vorderer Oberschenkelnerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsbereiche
    : Knieschmerzen und teilweise Sprunggelenkschmerzen

  2. Gegen Hüftgelenkschmerzen kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Pl exus lumbal is-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschen kel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Ner ven, die die genannten Körpergebiete versorgen.

  3. N. ischiadicus: Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesä ß, den Ischiasnerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
    Anwendungsbereiche:
    Gelen ke im Fu
    ßbereich

  4. Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Obera rm oder im seitlichen unteren Halsbereich (der sog. interskalenäre Zugang).
    Anwendungsbereiche: Ellenbogenschmerzen und Handgelenkschmerzen, auch Fin
    gerschmerzen, in der sog. retrograd hohen Variante oder beim interskalenären Zugang auch Schulterschmerzen.

Aktualisiert: 04.08.05
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L LeibschmerzenLeistenschmerzen, Lendenschmerzen, Lendenwirbelsäulenschmerzen, Lunatumnekrose (www.lunatumnekrose.com), Lymphstau (www.lymphstau.com)
M
MagenschmerzenMastodynie, Metatarsalgie, Migräneattacken, Monoarthritis, Muskelkrämpfe (www.muskelkraempfe.org), Muskelverkrampfungen, Muskelschmerz (www.muskelschmerz.net), Muskelschmerzen, muskuloskelettale Schmerzen, Myalgien (www.myalgien.de), Myoarthropathien (www.myoarthropathien.de), myofasziale Schmerzen,
N
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P Pelvipathie (www.pelvipathie.de), Penisschmerzen, Periarthropathie (www.periarthropathie.de), primäre Kopfschmerzen, perineale Schmerzen
Q
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R
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Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

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www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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